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Draupadi Verlag
Dossenheimer Landstr. 103
69121 Heidelberg
Tel.: 06221 - 412 990
Fax: 0322 2372 2343
E-Mail: info@draupadi-verlag.de

 

Von Geetanjali Shree sind im Draupadi Verlag drei Werke erschienen:


Mai.  Roman (2010).
Aus dem Hindi übersetzt von Reinhold Schein. 
ISBN 978-3-937603-45-2, 
244 Seiten, 14,80 Euro, 24,00 SFr

Unsere Stadt in jenem Jahr. Roman (2013).
Aus dem Hindi übersetzt von André Penz.
ISBN 978-3-937603-76-6, 
224 Seiten, 18,00 Euro, 25,00 SFr

Weißer Hibiskus. Erzählungen (2010).
Aus dem Hindi übersetzt von Anna Petersdorf.
ISBN 978-3-937603-46-9, 
88 Seiten, 9,80 Euro, 14,00 SFr



Informationen zu der indischen Autorin finden Sie hier.


Eine schöne Besprechung des Romans "Mai" sendete der Südwestrundfunk. Außerdem erschien am 26.8.2010 in der "Rhein-Neckar-Zeitung" folgende Rezension:




Der gekrümmte Rücken als Metapher

Neues vom Heidelberger Draupadi Verlag 

 

Von Franz Schneider 

 

Geetanjali Shree, es ist ein Versuch wert, sich diesen Namen zu merken. In Indien ist er Literaturfreunden längst ein Begriff, denn Geetanjali Shree gilt als eine der wichtigsten Autorinnen, die auf Hindi schreiben, verstanden und gesprochen von 388 Millionen Menschen. Geboren 1957, lebt sie heute in Neu-Delhi und schreibt Romane und Kurzgeschichten. Aufsehen erregte Geetanjali Shree sogleich mit ihrem Roman-Debüt „Mai“, das Hindi-Wort für „Mutter“, der 1993 erschien und bereits ins Englische und Französische übersetzt wurde. Nun liegt er auch auf Deutsch vor, Reinhold Schein hat diese schwierige Arbeit vollbracht und sie ist ihm sehr gelungen. „Mai“ liest sich nuancenreich, flüssig und geschmeidig. Der Roman ist eine Familiengeschichte dreier Generationen in einem Haus. Es gibt den Großvater, der herrisch darüber wacht wer das Haus betritt, es gibt die Großmutter mit ihrer bösen Zunge, den Vater, der sich gerne religiösen Zeremonien hingibt, es gibt Sohn und Tochter, die sich gegen die festgefügte Ordnung aufzulehnen beginnen. Und es gibt eben „Mai“, die für alle zu arbeiten scheint ohne zu klagen, ohne sich zu beschweren, geduldig die Launen der anderen ertragend – mit einem zusehends gekrümmten Rücken, Metapher ihres Daseins. Erzählt wird aus der Perspektive der Tochter in diversen Zeitsprüngen. Ihre Entwicklung ist die Geschichte eines Verstehens, Mai zu verstehen, zu begreifen, dass sich hier niemand selbst aufgegeben hat, sondern mit einer großen Kraft gesegnet ist, einem großen Feuer, das in ihr brennt. Der Ton und das Tempo, das Geetanjali Shree dabei anschlägt, ist lebendig, aber auch sanft und weich zugleich, die einzelnen Episoden treiben wie in einem ruhigen großen Fluss. Ganz besonders geglückt ist ihr die Charakterisierung der einzelnen Figuren, die insbesondere durch ihre Essgewohnheiten porträtiert werden – es ist natürlich Mais Aufgabe, diese sofort zu bedienen, ein Roman, in dem unentwegt Speisen zubereitet werden. Damit gelingt Geetanjali neben einer eindringlichen psychologischen Studie auch, einem ein gutes Stück indischer Alltagsgeschichte zu vermitteln.

Von einer anderen Facette erlebt dann einer die Autorin, wenn er zu einem kleinen Band von Kurzgeschichten greift, „Weißer Hibiskus“ betitelt. An fünf Beispielen beweist Geetanjali Shree hierbei ihre Fähigkeit zur lebendigen, knappen Darstellung und beiläufigen Schilderung von Gefühlszuständen. Reizvoll aus europäischer Perspektive geriet insbesondere eine Erzählung wie „Kirschblütentanz“, die beschreibt wie eine alte Inderin Japan erlebt, somit sich gleich zwei Großkulturen einander berühren.So ist dem Draupadi Verlag erneut für dieses Unternehmen zu danken, Heidelberg und dem Rest der deutschsprachigen Welt indische Gegenwarts-Literatur nahe zu bringen.

 

Im Oktober 2010 kam Geetanjali Shree zur Frankfurter Buchmesse. Im Anschluss daran gab es eine Lesereise mit ihr durch sechszehn deutsche Städte.

Der Roman "Mai" wurde im Dezember 2010 in die Bestenliste "Weltempfänger" aufgenommen und kam auf Platz fünf.

Die Bücher von Geetanjali Shree können über den Buchhandel bezogen oder per E-Mail direkt beim Verlag bestellt werden:

info@draupadi-verlag.de

 

Mai


Leseprobe

"Wenn der Nebel sich senkt, wenn winterliche Stille die Dunkelheit erfüllt, dann verwandle dich leise in einen Schatten, schleiche dich aus deinem Haus, laufe bis zur Ecke und biege dort in meine Straße ein, halte im Schutz des Neembaums inne und klettere dann leichtfüßig wie eine Katze auf meinen Balkon. Komm herein."


Aus: "Weißer Hibiskus" , 
S. 31.