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Draupadi Verlag
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Uday Prakash:

Doktor Wakankar. Aus dem Leben eines

aufrechten Hindus. Roman.

Aus dem Hindi übersetzt von André Penz, 2009.

ISBN 978-3-937603-32-2, 112 S., 12,80 Euro,
19,80 SFr.

Der Hindi-Schriftsteller Uday Prakash erzählt auf abwechslungsreiche, spannende Art aus dem Leben eines einfachen indischen Arztes. Im Zentrum steht dabei der Kampf des ehrenwerten Doktor Wakankar gegen das korrupte System. Gelingt es ihm, seine betrügerischen Kollegen umzustimmen, oder gerät er am Ende selbst unter die Räder ihrer Machenschaften?

Eine bedeutende indische Literaturzeitschrift wählte dieses Werk zum besten Hindiroman der letzten zwei Jahrzehnte. Another Subcontinent veröffentlichte ein ausführliches Interview mit dem Autor.  Am 24. Oktober 2009 erschien in der Berliner TAZ eine sehr positive Besprechung dieses Buches.

Uday Prakash kam im Oktober 2009 zu einer Lesereise nach Deutschland. Es gab 20 Veranstaltungen in 12 Städten.

 



Foto: Uday Prakash zusammen mit der indischen Autorin Alka Saraogi im Herbst 2006 auf der Frankfurter Buchmesse  

Rezensionen

Ein indischer Michael Kohlhaas

"Er war schon einmal in Heidelberg und will trotzdem wieder nach Deutschland kommen. Uday Prakash ist ein lebendiger, aber auch unbequemer Geist. Er ist ein Inder, geboren 1952 in der tiefsten Provinz, brach er nach Delhi auf und gilt heute als einer der wichtigsten Autoren Indiens. Da er aber auf Hindi schreibt, hat der Tübinger Indologe André Penz einen der besten Romane Uday Prakashs ins Deutsche übersetzt und muss dafür in den höchsten Tönen gelobt werden. „Doktor Wakankar“, im Original erschienen 1992, ist eine flüssig lesbare, spannende und schonungslose Geschichte über einen Mann, der einen sofort gesund macht. Ein Blick in die Augen, eine Beobachtung, Doktor Wakankar diagnostiziert schnell, ob zu hoher Blutdruck oder die Hämorrhoiden des Premierministers. Ein guter indischer Arzt in einem schlechten Indien, Gier, Geilheit, Korruption und Kriminalität. Als der gute Doktor Wakankar sich dagegen auflehnt, gefährdet er sein eigenes Engagement. Denn er wird anfällig für eine Ideologie der Güte und Sauberkeit, und böse und schmutzig sind natürlich immer die Anderen. Als tiefgläubiger Hindu gerät er in das Umfeld und in die paramilitärischen Organisationen der BJP, der Bharatiya Janata Party, die hindunationalistische Partei, die auch schon mitregierte und für die Übergriffe militanter Hindus auf Muslime verantwortlich ist. Doch die Partei enttäuscht Dr. Wakankar. Als in einer Provinzstadt, wo er zu praktizieren gezwungen wurde, politische Unruhen ausbrechen, zeigt sich deren wahrer Charakter – und Dr. Wakankar steht der Welt gegenüber wie ein indischer Michael Kohlhaas. Ein Exempel wie einer zerbricht, und ein Exempel wie der in Handschuhsheim beheimatete Draupadi Verlag sein Programm, indische Literatur zu vermitteln ernst nimmt. Jenseits von Goa und Gandhi beschert er uns etwas, was man allgemein nicht so häufig findet, nämlich einen politischen Roman, lesbar in einem Zug."

Franz Schneider,
Rhein-Neckar-Zeitung, 20.7.2009


Ein unbequemer Held

"Dr. Dinesh Manohar Wakankar ist tief religiös und in seinem Beruf als Arzt von Pflichtbewusstsein und Gerechtigkeitsempfinden angetrieben, einer profunden Ethik, die ihn in Schwierigkeiten bringt. In einem Umfeld, das von Korruption, Umweltzerstörung und grausamer Gleichgültigkeit indigenen Adivasistämmen gegenüber geprägt ist, wird er für Kollegen und Autoritäten unhaltbar. Strafversetzt praktiziert er jahrelang in rückständigen, mehrheitlich von Ureinwohnern bewohnten Gebieten. Auf wunderbar ironische Art und Weise spiegelt Uday Prakash mit der Geschichte seines aufrechten Doktors die bösen Spielarten der Ungerechtigkeit in indischen Lebensrealitäten. Dr. Wakankar bleibt dabei jedoch kein eindimensionaler Gutmensch, keine Allegorie auf das Tugendhafte schlechthin, denn er zweifelt und hinterfragt seine Haltung immer wieder. Er „wüsste zu gerne, ob man als aufrichtiger Mensch nicht auch Realist sein kann” und wird sich an einem bestimmten Punkt der Aussichtslosigkeit seines Kampf es bewusst. Dass er aber dennoch seinen Prinzipien treu bleibt, bewundere ich an dieser Figur, die Prakash durch Tagebucheinträge und innere Monologe so nahe an den Leser heranbringt. Man kommt gar nicht umhin, selbst über Gerechtigkeit und Verantwortung nachzudenken – die des Staates und jedes Einzelnen.

Mit Dr. Wakankar. Aus dem Leben eines aufrechten Hindus erscheint nach zwei Bänden mit Erzählungen nun der erste Roman von Uday Prakash im Draupadi Verlag. Nicht zuletzt wegen der sehr guten Übersetzung möchte ich Ihnen das Buch uneingeschränkt ans Herz legen!"

Von Kristina Förster für die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V.

 

 

Das Buch kann über den Buchhandel bezogen oder

per E-Mail direkt beim Verlag bestellt werden:

info@draupadi-verlag.de

 


Aus dem Buch

"Ich fühle mich sehr einsam. Meine Mitmenschen sind der Ansicht, ich verhielte mich nicht pragmatisch, sondern sei ein Idealist. Ich kann an meiner Arbeit jedoch keinen Idealismus erkennen. Ich verschreibe lediglich lebendigen und unschuldigen Patienten keine minderwertigen und gefährlichen Medikamente. Als Beamter verlange ich keine zusätzlichen Gebühren und bemühe mich, meine Pflicht zu erfüllen."

"Ich wüsste zu gerne, ob man als aufrichtiger Mensch nicht auch Realist sein kann."

Wakankars Tagebucheintrag, Seite 18.